Es geht kein Weg daran vorbei. Garantiert. Jeder wird das Zeitliche segnen. Eifrig waren wir bei Facebook, Twitter, Instagram und anderen Plattformen (oder auch Internet-Shops) dabei und haben unser Leben mit anderen geteilt und andere an unserem Leben teilhaben lassen. Aber was ist mit unseren „Hinterlassenschaften“ bei den sozialen Netzwerken? Wem gehören die Daten tatsächlich? Was passiert damit? Wer hat darauf Zugriff?

Der Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv) hat vor kurzem eine große Online-Kampagne unter dem Titel #machtsgut gestartet. Dort kann man unter anderem erfahren, dass alle drei Minuten in Deutschland ein Facebook-Nutzer stirbt, ohne dass geregelt ist, was mit geposteten Inhalten, Likes und Fotos passiert. Dabei wird das Problem in Zukunft noch größer. „Die Generation, die das ausführlich nutzt, kommt ja erst“, sagt Sabine Petri, Referentin für Datenschutz bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Die aktuelle Rechtslage hält erstaunliches für den Interessierten bereit. Wie Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht in seinem Blogbeitrag „Datenschutz endet mit dem Tod – (Rechtlicher) Umgang mit dem digitalen Nachlass“ erläutert, ist das Recht auf Schutz der persönlichen Daten mit dem Tod beendet. Damit sind nach Tod ausschließlich die Regelungen der jeweiligen Social Media Plattformen für die weitere Vorgehensweise gültig. Und dies eventuell sogar auf jeder Plattform anders.

WISO-Tipp: Online-Konten und Passwörter vererben

Wir kommunizieren über E-Mails oder unseren Facebook-Account, regeln unsere Finanzen per Online-Banking, wir speichern Fotos in der Cloud. Jeder zweite Deutsche hat die wichtigsten Zugangsdaten zu Internet-Diensten nur im Kopf. Im Todesfall nimmt er sie mit ins Grab. Anschließend haben die Erben ihre Mühe damit, Passwörter zu ermitteln und Online-Abos zu kündigen. Denn: Erben übernehmen alle Rechte und Pflichten eines Verstorbenen. Dazu gehört auch sein digitaler Nachlass: Also beispielweise Verträge, die der Verstorbene im Internet abgeschlossen hat oder Rechnungen, die nur per Mail zugestellt werden.

Was kommt also auf die Erben zu? Profile in Sozialen Netzwerken sollten in den Gedenkzustand versetzt oder gelöscht werden. Offene Rechnungen von Online-Einkäufen müssen bezahlt werden. Und Online-Abos bei Musik- oder Film-Streamingdiensten müssen gekündigt werden, damit keine weiteren Kosten entstehen. Dazu müssen Erben jedoch wissen, bei welchen Anbietern der Verstorbene überall registriert war.

Erfahre mehr auf: WISO

0Shares
NEWS and more

Masse war gestern. Die Gesellschaft von heute setzt sich aus kleineren und größeren Nischen zusammen. Wo früher galt „so zu sein, wie alle anderen“, dominiert heute das Bedürfnis gerade anders zu sein, als alle anderen.